Wappen des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V.

Offenes Museum: Heimatmuseum Lengsdorf

Wie das Museum entstand

Die Sammlung war lange vor dem Museum da. Der Landwirt Heinrich Henseler stieß Anfang der 1960er Jahre bei Erdarbeiten für den Autobahnbau durch Lengsdorf auf die ersten römischen Funde. Was daraus wurde, war eine Sammelleidenschaft, die den ganzen Ort erfasste: Was Lengsdorferinnen und Lengsdorfer an Altem fanden, brachten sie zu ihm. Zu besichtigen waren die Stücke als private Ausstellung in seiner Scheune.

Anfang 1988 stand dieser Hof nicht mehr zur Verfügung. Henseler war gestorben, seine Erben wollten die Räume privat nutzen. Für die Sammlung blieb nur ein Lagerraum, weitere Stücke lagen verstreut in den Häusern Lengsdorfer Heimatfreunde. Henselers Tochter überließ die Gegenstände dem Heimat- und Verschönerungsverein als Leihgabe und schuf damit die Grundlage für das neue Museum.

Wappen des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V.

Artikel von Jörg Krämer kündigt an, dass das Heimatmuseum im Sommer erstmals öffnen soll, und berichtet über die laufende Renovierung der Alten Schule durch die Stadt Bonn. Zitiert wird Karl Keienburg, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins, der die Pläne für drei Räume im zweistöckigen Klinkerbau beschreibt: eine Bauernstube mit alten Küchenmöbeln und Hausrat, Vitrinen im zweiten Stock, größere Exponate wie Leiterwagen, Weinfässer und Ackergeräte im Innenhof, dazu Fotos und Schautafeln im Treppenhaus. Erwähnt werden eine schalenförmige Urne aus der Zeit um 1000 vor Christus, die Henseler in seinem Garten gefunden hatte, sowie Bartmanns-Krüge aus mittelalterlicher Siegburger Keramik. Die Schwarzweißfotografie zeigt die Alte Schule während der Renovierung.

Aus dem Sommer wurde der Herbst. Eröffnet wurde am 17. September 1988 um 11 Uhr, mit bayerischer Blaskapelle, rheinischem Reibekuchen und Kölsch.

Wappen des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V.

September 1988. Das Plakat zeigt historische Ansichten von Kirche, Hauptstraße und Bachstraße sowie vorgeschichtliche Keramikgefäße aus der Sammlung. Als Adresse ist die „Alte Schule“, Lengsdorfer Hauptstraße 16, angegeben.

Wappen des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V.

Der Artikel stellt Konzeption und Ausstellungsstücke des Museums vor. Ziel sei es, die Geschichte Lengsdorfs von den Ursprüngen bis in die Gegenwart zu dokumentieren, anhand von Gegenständen, die bis zu 4500 Jahre alt sind. Alle Stücke wurden in und um Lengsdorf gefunden, ihre Echtheit und Datierung bestätigte das Rheinische Landesmuseum Bonn, das auch die notwendigen Restaurierungen übernahm. Karl Keienburg wird mit den Worten zitiert, bei ihnen sei alles echt. Ab Sonntag, dem 9. Oktober, sollte das Museum sonntags von 10 bis 12 Uhr öffnen.