Visuelle Erzählung der Geschichte
Im Heimatmuseum Lengsdorf können Sie die Originalversionen der Bilder besichtigen.
Die Pfarrkirche St. Peter
Die historische Schwarzweißfotografie zeigt die römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter im Bonner Ortsteil Lengsdorf in einem Zustand, der vermutlich um 1905 datiert werden kann. Im Vordergrund erstreckt sich der damalige Kirchhof mit zahlreichen Grabkreuzen, die dicht um das Kirchengebäude angeordnet sind, ein typisches Merkmal ländlicher Pfarrstrukturen vor der Anlage moderner Friedhöfe außerhalb der Ortskerne.
Architektonisch ist ein Bauzustand erkennbar, der noch vor den massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs liegt. Besonders auffällig ist der zentrale Turm über dem Langhaus, der sich deutlich von dem heutigen Turm unterscheidet: Dieser ursprüngliche Turm wurde bei den Bombenangriffen 1944/45 zerstört und später durch einen Neubau an veränderter Position ersetzt. Damit dokumentiert das Bild einen nicht mehr existierenden baulichen Zustand der Kirche.
„Gruß aus Lengsdorf“ 1920
Diese historische Postkartenansicht, versehen mit dem Schriftzug „Gruß aus Lengsdorf, Bonn-Ld.“.
Im Vordergrund zeugen ausgedehnte Felder von der bäuerlichen Prägung des Ortes, die das wirtschaftliche Leben über Jahrhunderte bestimmte. Noch 1822 waren die rund 400 Einwohner fast ausschließlich Bauern oder Winzer. Die dichte Bebauung im Mittelgrund veranschaulicht das stetige Wachstum der Gemeinde, die im Jahr 1893 erstmals die Marke von 1.000 Einwohnern erreichte.
Cäcilienchor Lengsdorf
Die Schwarzweißaufnahme aus dem Jahr 1936 zeigt den Cäcilienchor Lengsdorf, einen katholischen Kirchenchor, der traditionell der heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik, gewidmet ist. Die Gruppe besteht ausschließlich aus Männern, die in mehreren Reihen vor einem kirchlichen Gebäude arrangiert sind. Im Zentrum der Komposition steht ein Banner mit einer Marienfigur, das auf die religiöse Ausrichtung und die liturgische Funktion des Chores verweist.
Die formelle Kleidung der Männer, Anzüge, Krawatten und teilweise Westen, unterstreicht den repräsentativen Charakter der Aufnahme. In der vorderen Reihe sitzen ältere Mitglieder, während die jüngeren und mittelalten Sänger dahinter stehen. Die klare Staffelung und die strenge Bildkomposition spiegeln nicht nur fotografische Konventionen der Zeit wider, sondern auch soziale Hierarchien innerhalb solcher Gemeinschaften.
Pfarr-Cäcilienchor Lengsdorf: Weihnachten 1956
Das schwarz-weiße Gruppenfoto zeigt den Pfarr-Cäcilienchor Lengsdorf an Weihnachten 1956. Etwa 50 Sängerinnen und Sänger, überwiegend Frauen in Mänteln und Winterkleidung, ergänzt durch einige Männer und Jugendliche, haben sich in mehreren Reihen vor der Pfarrkirche St. Peter aufgestellt.
Im Hintergrund erkennt man deutlich die Nachkriegsarchitektur der Kirche:
Der Wiederaufbau nach den schweren Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs war zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten. Der neue Westturm (eingeweiht 1953) ist bereits fertiggestellt, während Teile der Umgebung noch die Spuren der Kriegszerstörung zeigen. Eine Kirchenfahne mit Marienmotiv weht am Fahnenmast.
Der Cäcilienchor, benannt nach der heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenmusik, war in den 1950er Jahren ein zentraler Bestandteil des katholischen Gemeindelebens in Lengsdorf. Er gestaltete die Gottesdienste musikalisch mit, insbesondere die feierlichen Hochämter an Weihnachten, Ostern und zu Patronatsfesten. Solche Choraufnahmen dokumentieren nicht nur die musikalische Tradition, sondern auch den starken Zusammenhalt der Pfarrgemeinde in der Wiederaufbauphase nach 1945.
Fotoarchiv alte Bilder
Bilder aus Lengsdorf 2011











































































