Dauerausstellung

Das Heimatmuseum Lengsdorf spiegelt die raumbezogene, ununterbrochene Entwicklungsgeschichte eines Bonner Ortsteils wider. Die Dauerausstellung führt die Besucherinnen und Besucher durch Jahrtausende Lengsdorfer Geschichte von den ersten Siedlungsspuren bis ins 19. Jahrhundert.
Die Sammlung umfasst vor- und frühgeschichtliche, römische und fränkische Funde sowie Lengsdorfer Keramik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Bäuerliche und bürgerliche Sachkultur aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist ebenso vertreten wie Möbel, Hausrat, Einrichtungsgegenstände und Arbeitsgerät. Landwirtschaftliche Gerätschaften für Hof- und Feldarbeit, Werkzeug aus der Schuhmacherei sowie Winzerfahrzeuge und -geräte dokumentieren das Alltagsleben vergangener Generationen. Ergänzt wird die Sammlung durch Dokumente zur räumlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Lengsdorfs, Belege zur Kirchen- und Schulgeschichte sowie Zeugnisse des Vereinslebens.
Zu den herausragenden Exponaten gehören Urnen und Gefäße der Bronzezeit, Weinbecher und Krüge, Weinfassanlagen, ein bürgerliches neugotisches Hausaltärchen, Gemälde aus dem Chorraum der Ortskirche St. Peter sowie historische Karten zur räumlichen Entwicklung des Ortsteils.

Größere Exponate wie Leiterwagen, Weinfässer und Ackergeräte finden sich im Innenhof. An den Wänden des Treppenhauses berichten Fotos und Schautafeln über die jüngere Geschichte Lengsdorfs.
Führungen durch das Museum und den Außenbereich sind auf Anfrage möglich. Darüber hinaus bietet das Museum heimat- und volkskundliche Ausstellungen, Sonderausstellungen, Vorträge und Exkursionen an.

Wiedereröffnung

„Heimatmuseum Lengsdorf öffnet im Sommer erstmals seine Türen”

Zeitungsscan aus der Bonner Rundschau, datiert auf den 7. April 1988. Der Artikel berichtet über die bevorstehende Erstöffnung des Heimatmuseums Lengsdorf im Sommer desselben Jahres. Verfasst von Jörg Krämer, zitiert der Text den HVV-Vorsitzenden Karl Keienburg, der die Umzugspläne in das damals von der Stadt renovierte zweistöckige Klinkerbaugebäude der Alten Schule (erbaut 1836) beschreibt. Erwähnt werden geplante Exponate, darunter Leiterwagen, Weinfässer, Ackergeräte und Bartmanns-Krüge sowie die Sammlungstätigkeit des Heimatforschers Heinrich Henseler.
Der Artikel dokumentiert einen entscheidenden institutionellen Moment: die Einrichtung des Museums durch den HVV. Die Schwarzweißfotografie zeigt das Schulgebäude in seinem damaligen Zustand vor Abschluss der Renovierung. Das Dokument ist ein Primärbeleg für das Gründungsjahr 1988 und für die Rolle von Karl Keienburg als erstem Museumsverantwortlichen des HVV.

Ausstellungsraum Dauerausstellung

Ein Rundgang durch die Geschichte: Der Dauerausstellungsraum.

Im Herzstück des Langsdorfer Heimatmuseums wird die Vergangenheit lebendig. Der Hauptraum empfängt Sie mit einer dichten Atmosphäre aus historischen Gemälden und Skulpturen. Ein besonderer Blickfang ist die lebensgroße Figur eines römischen Legionärs, dessen roter Umhang und Federhelm an die frühen Epochen der Region erinnern. Flankiert wird die Szene von einer Bronzeskulptur, einem historischen Spinnrad und einem kunstvollen Holzstuhl aus dem späten 19. Jahrhundert, über dem ein Aquarell der St.-Petri-Kirche zu sehen ist.
Wer tiefer in die Details eintauchen möchte, findet in den Vitrinen echte Raritäten: Während die große Glasvitrine den Blick auf frühe archäologische Funde, alte Lengsdorfer Stadtansichten und feine Keramikschalen aus der Zeit vor 1800 lenkt, versammelt die Tischvitrine die eisernen Zeugen des früheren Alltags – von alten Werkzeugen und Besteck bis hin zu historischen Kreuzen.