Geschichte des HVV

Am 14. März 1966 gründete der damalige Lengsdorfer Bürgermeister Adam Leyendecker den Heimat-und Verschönerungsverein Lengsdorf e.V.
einen Verein, der seither das kulturelle Gedächtnis des Ortsteils pflegt, Brauchtum bewahrt und das Gemeinschaftsleben in Lengsdorf trägt.

Im Jahr 2026 begeht der HVV sein 60-jähriges Bestehen. Sechs Jahrzehnte ehrenamtlichen Einsatzes für Lengsdorf  für das Heimatmuseum, den Weinanbau, die Dorfbräuche und das Miteinander im Veedel. Dieses Jubiläum ist Anlass, auf die Geschichte des Vereins zurückzublicken und all jenen zu danken, die ihn getragen haben.

Die Geschichte des HVV ist untrennbar mit den Menschen verbunden, die ihn über sechs Jahrzehnte hinweg mitgestaltet haben: als Vorsitzende, als Kuratoren des Heimatmuseums, als stille Stützen des Vereinslebens. Diese Chronik hält ihr Wirken fest  in Dankbarkeit und Erinnerung.

Vor sechzig Jahren lud unser damaliger Bürgermeister Adam Leyendecker mit folgendem Text:

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

links: Adam Leyendecker
rechts: Heinrich Henseler

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

„Am Montag, den 14. März 1966 findet um 20.00 Uhr

im Saale „Peter Hennes“ in Lengsdorf, Schallengasse Nr. 16,

die konstituierende Sitzung des

Heimat und Verschönerungsvereins e.V. Lengsdorf

zur Gründungsver­anstaltung des HVV statt,

zu der ich Sie hiermit freundlichst einlade“.

Die Eingemeindungsbestrebungen der Landesregierung und die Gründung eines Zweckver­bandes Hardtberg ließen erkennen, dass die Aufgaben der Heimat­pflege und der Ortverschönerung, die bisher der Gemeinderat als Kommunal-parlament erfüllte, so nicht mehr lange wahrgenommen werden konnten.Sie sollten einem Verein übertragen werden!
Das war die Geburtsstunde des Heimat und Verschönerungsvereins.

Abschrift aus Michelchen Nr. 5/1966

Bei Peter Hennes gründeten am 14.März rund 30 Bürger aus Alt und Neu-Lengsdorf  den Heimat-und Verschönerungsverein Lengsdorf e.V.
Eine Menge guter Ideen wurden vorgebracht. Neben der Altertumsforschung, die als gut und schön bezeichnet wurde, will der Verein sein Hauptgewicht auf die gegenwärtige Situation und die zukünftige Gestaltung der Gemeinde legen. Der Verein kann dem Gemeinderat seine diesbezüglichen Empfehlungen unterbreiten. Das wird auch weiter nicht schwer sein, da Bürgermeister Leyendecker

  1. Vorsitzender wurde.
  2. Vorsitzender wurde Gemeinderatsmitglied Horst Seefeld (Fahrweg).
  3. Kassierer wurde Gemeinderatsmitglied Andreas Schumacher (Schulstr.).
  4. Schriftführer wurde Karl Keienburg.

Beisitzer wurden Jakob Brahm, W. Mende (Feldpütz) und Gemeinderatsmitgl. Heinz Nettekoven ( Hauptstr. ).

Zweck und Aufgabe:

Als Beispiel ein Auszug aus der Satzung :

2 Zweck und Aufgabe:

1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

2) Er stellt sich die Aufgaben:

  1. Pflege von Brauchtum und Tradition.
  2. Förderung des Heimatgedankens.
  3. Erforschung der Heimatgeschichte.
  4. Mitwirkung an der Ortverschönerung.

3) Die Satzungszwecke werden erreicht durch:

  1. Organisation von Veranstaltungen bzw. bei deren Mitwirkung.
  2. Anlage und Pflege von Grünanlagen.
  3. Unterhaltung eines Heimatmuseums.
  4. Unterhaltung eines Archivs.
  5. Zusammenarbeit mit anderen Vereinen gleicher Zielsetzung.
  6. Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen.

(4) Der Verein ist selbstlos tätig, überparteilich und konfessionell ungebunden; er verfolgt nicht in
erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Verdiente Mitglieder

Der Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf e.V. erinnert an Menschen, die durch ihr Engagement dem Verein und dem Ortsteil Lengsdorf bleibende Spuren hinterlassen haben.

Neuwahlen- Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf, Bonn.

Christoph Schada Von Borzyskowski, Erhielt Bei Der Mitgliederversammlung Am 10 Dezember 2025 Für Das Jahrelange Ehrenamt Als 1.Vorsitzenden, Von Der Neuen Vorsitzende Susanne Kirwald ,eine Urkunde Als Ehrenvorsitzenden.

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn
Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Nicht mehr unter uns

Die nachfolgenden Texte sind Nachrufe und Gedenkbeiträge, die zu ihren Lebzeiten entstanden sind oder nach ihrem Tod veröffentlicht wurden. Sie werden hier in ihrer ursprünglichen Form wiedergegeben.

Adam Leyendecker

Adam Leyendecker

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Adam Leyendecker
1909–1987

Gründer des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V. und langjähriger Ortsbürgermeister von Lengsdorf.

in Lengsdorf geboren. Nachdem er das Beethoven-Gymnasium mit der mittleren Reife verlassen hatte, trat er in den Verwaltungsdienst der Köln-Bonner-Eisenbahn ein. 1932 lernte er bei einer Aufführung des ‚Zarewitsch‘ im Metropol seine spätere Frau kennen; 1936 heirateten beide in der Lengsdorfer Pfarrkirche. 1945, nach dem Tode seines Bruders, gab er seinen Beruf als Eisenbahnbeamter auf, übernahm den zerstörten elterlichen Hof und baute ihn wieder auf. In dieser Zeit begann auch Leyendeckers politisches Engagement.

1954 trat er die Nachfolge des Lengsdorfer Bürgermeisters Ferdinand Piel an. Dieses Amt hatte er bis zur kommunalen Neuordnung 1969 inne. Die sozialen Belange lagen dem Ortsbürgermeister besonders am Herzen. Er sorgte dafür, daß die Gemeinde für die Sozialschwächeren Wohnungen baute und daß die Kinder eine neue Schule und Turnhalle bekamen. „Das war meine schönste Zeit. Damals gab es keine politischen Gegensätze. Ob SPD, FDP, Freie Wählergemeinschaft oder CDU – wir zogen alle am gleichen Strang“, sagte Leyendecker einmal.

Von 1969 an vertrat er fünf Jahre lang für die CDU seine Heimatgemeinde im Bonner Rat. Im Februar 1970 wurde Leyendecker Mitglied des Stadtbezirksausschusses Hardtberg. Bei der konstituierenden Sitzung der Hardtberger Bezirksvertretung wählten ihn die Politiker zum stellvertretenden Bezirksvorsteher. Nach Beendigung seiner kommunalpolitischen Laufbahn wurde er zum Stadtältesten ernannt. Lange Jahre war Leyendecker auch im CDU-Ortsverband als Vorsitzender tätig, dem er bis zu seinem Tode als Ehrenvorsitzender angehörte.

„Mir ist der ganze Rummel nicht recht. Am liebsten wären mir überhaupt keine Lorbeeren gewesen. Ich habe nur meine Pflicht erfüllt, und das habe ich gern gemacht“, erklärte Leyendecker in seiner Bescheidenheit, als er 1979 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Sein Engagement galt aber nicht nur der Kommunalpolitik. Vereinsleben und Brauchtumspflege lagen Leyendecker immer besonders am Herzen. Lange Jahre lenkte er als Vorsitzender des Ortsfestausschusses die Geschicke des Lengsdorfer Vereinsleben; zudem war er Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins. Der „Vater“ des Weinfestes und des Altentages legte auch als späterer Ehrenvorsitzender des Ortsfestausschusses und des Heimatvereines nie die Hände in den Schoß, sondern kümmerte sich auch weiterhin aktiv um die Belange der Vereine.

„Mit Adam Leyendecker verlieren wir ein großes Vorbild“, sagte Fritz Flatten, Lengsdorfer Ortsfestausschußvorsitzender, als er vom Tod des ehemaligen Bürgermeisters erfuhr.

Quelle: General-Anzeiger

HVV- Karl-Keienburg

Karl-Keienburg

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Karl Keienburg
†16. Februar 2012

war von 1975 bis 1984 Mitglied der Bezirksvertretung Hardtberg und hat sich dort insbesondere für „seinen“ Ortsteil Lengsdorf eingesetzt. Von 1987 bis 1996 war er Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Lengsdorf e.V., damit auch in der besonders schwierigen Zeit der Verlagerung des Heimatmuseums vom Bauernhof Henseler in das Gebäude Lengsdorfer Hauptstraße 16.

Karl Keienburg hat den Auf- und Ausbau des Heimatmuseums, welches im September 1988 in der ehemaligen Schule eröffnet wurde, entscheidend geprägt.

Er hat die Pflege und Betreuung des Museums übernommen und für den Erhalt der zahlreichen Exponate aus der Lengsdorfer Geschichte gesorgt, aber das Heimatmuseum über eine Bildungsstätte hinaus auch zu einem Treffpunkt für die Allgemeinheit entwickelt.

Große Verdienste hat sich Karl Keienburg zudem damit erworben, dass er nach 1978 mit dem Setzen von neuen Rebstöcken die Weinbautradition in Lengsdorf wieder aufleben ließ, die nach 1904 ruhte. Zusammen mit dem Hobbywinzer Karl Vogel konnte er 1981 erstmalig wieder in Lengsdorf Wein keltern.

Viele Jahre war Karl Keienburg Mitglied des Ortsfestausschusses Lengsdorf, hier auch stellvertretender Ortsfestausschussvorsitzender sowie Darsteller des Lengsdorfer St. Martin. Als Staatsanwalt zelebrierte er in Lengsdorf, einer der Höhepunkte der Lengsdorfer-Kirmes, jahrelang für den Kirmesmann (Zacheies) einen Gerichtsprozess, um dessen Schandtaten zu ahnden.

2011 zeichnete Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand Karl Keienburg mit der Hardtberg-Medaille aus.

HVV- Resi Lüttig (25. Juni 1947 — †1. Februar 2021)

Resi Lüttig

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Resi Lüttig
25. Juni 1947 — †1. Februar 2021

Resi Lüttig geborene Leyendecker entstammt einer alten Lengsdorfer Familie. Ihr Vater Adam Leyendecker war lange Jahre Ortsbürgermeister der Gemeinde. Sicherlich geprägt durch ihn, hat sie den Einsatz für die Ortsgemeinschaft von frühester Jugend an verinnerlicht.

Resi Lüttig war Jahrelang 2. Vorsitzende des Heimat und Verschönerungsverein, Sie ging mit offenen Augen durch Lengsdorf. Kümmerte sich um die Pflege der Blumenkübel unterstütze zahlreiche Vereine und Ortsfeste mit ihren Backkünsten, sei es der Fußballverein das Pfarrfest oder eine von vielen anderen Gelegenheiten, ihre Torten oder Reibekuchen duriten nicht fehlen.
Zum Sie trug zum Erhalt und Gelingen von vielen schönen Brauchen und Veranstaltungen in unserer Gemeinde bei. Im Scheinwerferlicht zu stehen, war nicht ihre Sache. Lieber blieb sie im Hintergrund und zögerte nie, beherzt zu handeln, im kräftig anzupacken.

Resi Lüttig genügte der Respekt vor ihrer Tätigkeit, nicht mehr und nicht weniger. Legendär ist ihr Einsatz für die Kasse des Ortsfestausschusses, wenn es darum ging, einen Obolus für den Karnevalszug oder St. Martin zu erbitten. Aber auch die Akquise von Inseraten fürs Weinfestbuch war ihre Domäne. Da ließ sie nicht locker und war zu Recht stolz auf das Erreichte.

Wir dürfen froh und dankbar sein, dass wir sie hatten. Das ist uns bewusst und wird in Zukunft noch oft so sein. Auch ihren Anruf zum Geburtstag wird so mancher vermissen. Diesem ehrenamtlichen Beispiel konnte und wollte nicht jeder folgen. Wir sagen:

Es war für den Stadtteil Lengsdorf ein Glücksfall, solch einen Menschen gehabt zu haben, der sich so verantwortlich fühlte für den Erhalt von Traditionen. Wir werden und müssen uns Resi Lüttig vergegenwärtigen, wenn wir Gefahr laufen, aufzugeben. Dann sollten wir uns ihrer Hartnäckigkeit und ihres Eifers erinnern. Danke für all die guten Werke, die Resi Lüttig in unserem Heimatort Lengsdorf getan hat.

HVV- Heinz-Jürgen Kirwald (23. Mai 1941 — †24. Oktober 2023)

Heinz-Jürgen Kirwald

Heimat und Verschönerungsverein Lengsdorf Bonn

Heinz-Jürgen Kirwald
23. Mai 1941 — †24. Oktober 2023

Erleitete das seit 1988 bestehende Heimatmuseum Lengsdorf von 2006 bis 2008, als es keinen Vorstand gab, und bewahrte es mit vor der Schließung. Heinz-Jürgen Kirwald führte selbst zahlreiche Führungen für Schulklassen und für Kindergärten durch. Immer wenn Hilfe bei der Organisation von Besichtigungen, z. B. am Tag des offenen Museums, und der Unterhaltung des Heimatmuseums nötig war, konnte auf seine Unterstützung gezählt werden.
Er brachte als Kurator, sein ganzes Können und Schaffen, in die Unterhaltung und Ausrichtung des Museums ein. Zahlreiche Projekte des Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf e. V. tragen seine Handschrift.

Mit seinem unermüdlichen Einsatz bei den Heimat- und Brauchtums-Veranstaltungen in Lengsdorf half Heinz-Jürgen Kirwald die Geschichte und die Heimatverbundenheit in seinem Ortsteil lebendig zu halten und zu bewahren. Die Pflege des Weinanbaus in Lengsdorf, lag dem Hobbywinzer besonders am Herzen, die er 2010 von Karl Vogel übernahm Jährlich demonstrierte er den interessierten Besuchern die seit 1981 zum Weinfest stattfindende Kelterung des Lengsdorfer Weins.

Über zehn Jahre hinweg gestaltete er die Festschriften zum Lengsdorfer Weinfest, sowie die jeweiligen Etiketten für den Lengsdorfer Wein.

Bel der Organisation und Durchführung der traditionellen Lengsdorfer-Kirmes, mit dem Trauerzug beim Brauch der Zacheiesverurteilung und Schürgeskarrenrennen, war Heinz-Jürgen Kirwald in früheren Jahren ebenso engagiert, wie bei Maßnahmen der Dorfverschönerung, z. B. des Platzes an der Ecke Im Mühlenbach/Ippendorfer Weg mit Weinstöcken und Weinpresse, oder dem Elliger Kreuz.

Aufgrund seiner großen Verdienste ernannte ihn der Verein 2016 zum Ehrenmitglied. Der Stadtbezirk Hardtberg ehrte ihn 2017 mit der Verleihung der Hardtberg-Medaille. Der Heimat- und Verschönerungsverein Lengsdorf e. V. dankt von ganzem Herzen für sein Wirken und Tun.

Verleihung der Hardtbergmedallie an Jürgen Kirwald

Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand hatte am Donnerstag den 30. November 2017 ,Vertreter der Hardtberger Vereine im Rathaus empfangen und deren ehrenamtliche Arbeit gelobt.
Jürgen Kirwald (Ehrenmitglied im Heimat und Verschönerungsverein) betreute jahrelang das Heimatmuseum in Lengsdorf .Er führte einige Jahre das Amt als 1. Vorsitzender .Mit seinem großes Wissen über die Bonner und Lengsdorfer Geschichte, macht er noch heute Museumsführungen, die besonders bei den Lengsdorfer Schulkinder beliebt sind. Als Hobbywinzer kümmert er sich um den Lengsdorfer Wein.